Porsche muss sein Flaggschiff Cayenne zurücknehmen

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Einen Porsche Cayenne mit der sogenannten „Abschalteinrichtung“ muss der Autobauer zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten. Dies urteilte das Landgericht Stuttgart (Urt. v. 25.10.2018, Az. 6 O 175/17).

Der Käufer eines Porsche Cayenne Diesel forderte Schadensersatz von Porsche, weil sein Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen war. Das Landgericht (LG) Stuttgart gab ihm Recht: Porsche muss den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erstatten, Zug um Zug gegen Rückgabe und Rückübereignung des SUV.

Porsche habe eine unzulässige “Abschalteinrichtung” verbaut, mit welcher die Zulassungsbehörden über die Zulassungsfähigkeit des Fahrzeuges getäuscht worden seien. Die damaligen Porsche-Vorstände hätten vorsätzlich und sittenwidrig gehandelt, so das Gericht. Deshalb ergebe sich ein Schadensersatzanspruch aus § 826 BGB (vorsätzliche sittenwidrige Schädigung).

Es sei anzunehmen, dass der Kläger den Cayenne nicht gekauft hätte, wenn ihm das bekannt gewesen wäre. Nach § 249 BGB hat Porsche somit den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn das Auto nicht gekauft worden wäre. Porsche muss dem Käufer daher rund 59.000 Euro und Zinsen zurückerstatten. Das entspricht dem Kaufpreis abzüglich eines Vorteilsausgleichs für den Gebrauch des Cayenne in den vergangenen Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.