Schadensersatz auch bei Kauf nach Bekanntwerden des Abgasskandals

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Die Schloesser & Baumann Rechtsanwaltsgesellschaft hat vor dem Landgericht in Krefeld ein Sensationsurteil gegen die Volkswagen AG erstritten.

Das Landgericht Krefeld verurteilte in dem Verfahren die Volkswagen AG dazu dem Kläger den Kaufpreis, zuzüglich Zinsen für den Kaufpreis ab Kauf, abzüglich einer Nutzungsentschädigung zu erstatten. Besonderheit in diesem Fall war die Tatsache, dass der Kläger das Fahrzeug erst im Jahr 2016, mithin nach Bekanntwerden des Abgasskandals und der Ausgabe der Ad hoc Mitteilung durch die Volkswagen AG gekauft bzw. in diesem Fall über die Volkwagen Bank finanziert hatte.

Dieser Auffassung folgen immer mehr Gerichte!

Konkret kaufte der Kläger in dem vorliegenden Fall im Jahr 2016 einen Volkwagen Tiguan 2,0 TDI mit dem EA 189 Motor und finanzierte das Fahrzeug über die Volkwagen Bank. Insbesondere fehlt es dem Kläger auch nicht an einem Schaden.

Das Landgericht Krefeld führt hierzu aus: “An einem kausalen Schaden des Klägers fehlt es auch nicht deshalb, weil dieser das streitgegenständliche Fahrzeug erst nach der am 22.09.2015 veröffentlichten Ad hoc-Mitteilung des Beklagten erwarb, in welcher diese mitgeteilt hatte, dass bei Fahrzeugen mit Motoren vom Typ EA 189 mit einem Gesamtvolumen von weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen eine auffällige Abweichung zwischen Prüfstandswerten und realem Fahrbetrieb festgestellt worden sei (a.A. OLG Köln Beck RS 2019, 13405 Rn. 39 ff., das auch dies bereits die Sittenwidrigkeit verneint). Auch die im Anschluss hieran in breiter Öffentlichkeit geführte Diskussion und in der Presse, Funk und Fernsehen erfolgte Berichterstattung führen zu keinem anderen Ergebnis. Denn weder hat die insoweit beweisbelastete Beklagte bewiesen noch ist sonst ersichtlich, dass der Kläger gerade von der Manipulation seines konkreten Fahrzeugs Kenntnis hatte, das er zu erwerben beabsichtigte (zutreffend Heese, NJW 2019, 257, 262).”

Weiter bekommt der Kläger in dem vorliegenden Fall zu der Rückzahlung des Kaufpreises noch eine Verzinsung in Höhe von 4% bezogen auf den Kaufpreis ab Datum des Kaufes! Für Geschädigte bedeutet das vorliegende Urteil, dass auch bis zum Ende des Jahres 2019 eine Klage gegen den Volkswagen Konzern noch möglich ist.

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