Volkswagen muss Sonderprüfer einsetzen

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Die Volkswagen AG muss nach Entscheidung des OLG Celle einen Sonderprüfer einsetzen, der herausfinden soll, ob der Konzern im Abgasskandal gegen seine Pflichten Verstoßen und die Kapitalmärkte zu spät informiert hat.

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle ist rechtskräftig, VW kann damit gegen das Urteil keine Berufung mehr einlegen. Der Konzern selbst bestreit bis dato ein Fehlverhalten in dieser Frage. Für die eigenen Ermittlungen hatte Volkswagen die US-Anwaltskanzlei Jones Day beauftragt. Dieser Bericht wird aber unter Verschluss gehalten, obwohl nach der Prüfung durch die Kanzlei Jones Day dieser ursprünglich veröffentlicht werden sollte. Mit internen Ermittlungen allein sei den Interessen der Aktionäre jedoch nicht genüge getan, so entschieden die Richter in Celle in dem Gerichtsbeschluss.

Der Skandal hat den VW Konzern bislang rund 30 Milliarden Euro gekostet.

Für das Gericht ist offenbar klar, dass der Fall von einem externen Gutachter beleuchtet werden muss. „Es ist zu prüfen, ob Vorstand und Aufsichtsrat im Zusammenhang mit der sogenannten Abgasthematik seit dem 22. Juni 2006 ihre Pflichten verletzt haben“, heißt es in dem Beschluss.

Rüdiger Reinke von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Roelfs wurde durch das Gericht zum Sonderprüfer bestellt. Die Kosten für seine Arbeit muss VW tragen. Geklagt hatte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) im Namen von drei US-Fonds. Die Vorinstanz hatte die Einsetzung eines Sonderprüfers noch abgelehnt.

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